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Der Scharfrichter

Dort, wo sich heute in der Krippgasse das große Postgebäude befindet, standen durch Jahrhunderte einige unscheinbare Häuschen. In einem hatte von 1497 bis 1787 der für Nord- und Osttirol zuständige Scharfrichter seine Dienstwohnung. Othmar Krieger übte von 1645 bis 1671 den Henkerberuf aus. Aus seiner Dienstzeit sind zwei bemerkenswerte Ereignisse überliefert. 1651 hatte er erstmals über die Grenzen Tirols hinaus für Aufsehen gesorgt, als er den Tiroler Kanzler Wilhelm Biener in Rattenberg enthauptete und dabei das Schwert so wuchtig schwang, dass er nicht nur den Kopf sondern auch die zum Gebet erhobenen Hände abschlug. Kein Ruhmesblatt war die vergebliche Hinrichtung des Raubmörders Thomas Hanns in Heinfels. Dieser hätte 1663 wegen eines bestialischen Raubmordes an einem Geistlichen und seiner Magd gerädert werden sollen. Da er aber mit dem Henker Krieger eng befreundet war, verlief die Hinrichtung trotz angeblich größter Bemühungen ergebnislos bzw. endete nur mit dem Bruch des Schienbeines. Obwohl die Regierung den Schwindel durchschaute, bezeichnete man das Ereignis offiziell als Wunder. Krieger wurde lediglich verwarnt, der Raubmörder in ein Servitenkloster in Kärnten eingewiesen


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