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Die Salmiakfabrik

1786 gründete die Saline eine der ersten Salmiakfabriken Europas. Salmiak wurde damals hauptsächlich zur Herstellung von Kunstdünger verwendet. Erste Versuche fanden zunächst im aufgelassenen Klarissenkloster (heute: Psychiatrisches Landeskrankenhaus) statt, 1788 übersiedelte die Salmiakfabrik in ein eigenes Gebäude (Saline Nr. 11/12). Da Salmiak unter anderem durch Destillation von Urin hergestellt wurde, hatte man Bottiche in den Gassen bzw. in den Gängen der zahlreichen Gasthäuser aufgestellt, wo der Urin gesammelt wurde. Diese Bottiche wurden dann von einem Geschwisterpaar, das wegen seiner Tätigkeit die Spitznamen "Fetz-Hans" bzw. "Fetzpreggl-Theres" trug, gesammelt und auf Karren in die Salmiakfabrik gebracht. Der Jugend machte es besonderen Spaß, aus den Fenstern der Häuser Steine in die Urinbottiche zu werfen, damit der Urin auf die Vorbeigehenden spritzte. Nach jahrzehntelangen, zunächst vergeblichen Protesten der Bevölkerung gegen die fast unerträgliche Geruchsbelästigung wurde die Salmiakfabrik schließlich 1846 geschlossen - ein erster Fall von Umweltbewusstsein!


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