INDEX THEMEN HALL A-Z STADTPLAN ZEITACHSE SITEMAP SUCHE HILFE QUIZ
Stadtbrunnen / Wasserspeier

Ritsche - mittelalterlicher Abwasserkanal

Altes Klärwerk

Recyclinghof

Neues Klärwerk Fritzens

Halls Energieversorgung in historischer Perspektive

Hall besaß zumindest seit Anfang des 15. Jahrhunderts zwei Trinkwasserleitungen, die von der Stadt bzw. der Saline betrieben wurden. In Holzröhren wurde Wasser aus dem Halltal über das Aichat in die Stadt geleitet, das neben zahlreichen öffentlichen Brunnen auch Brunnen in Privathäusern speiste. 1431 wurde die Kapazität der städtische Wasserleitung um ein Drittel erweitert, weitere Ausbauten erfolgten 1511-1513 sowie im Jahre 1644.

1880/1881 erfolgte die Vereinigung der beiden Wasserleitungen, nachdem die Saline auf ihre Wasserrechte im Halltal zugunsten der Stadt verzichtet hatte. 1908 wurde die Hochdruckleitung weiter verbessert und als Symbol dafür ein Hochstrahlbrunnen am Unteren Stadtplatz eröffnet.

Durch einen Murenabgang 1992 wurde es notwendig, in Absprache mit der Gemeinde Absam im Halltal im Bereich des Bettelwurfeckes ab 1995 neue Trinkwasserreserven zu erschließen.

Abwässer und Abfall wurden früher über Abwasserkanäle in jeder Gasse entsorgt. Die Ritschen genannten offenen Wasserläufe wurden vom Amtsbach gespeist, liefen am Unteren Stadtplatz wieder zusammen und mündeten in den Gießen. Die Sickergruben in den Bürgerhäusern mussten in der ersten Novemberhälfte geleert werden. Der Inhalt wurde bei der Guggerinsel in den Inn gekippt. Trotz dieser Voraussetzungen gab es viele hygienischen Mängel, die bis ins 19. Jahrhundert zum Ausbruch von Seuchen (Pest, Cholera, Typhus etc.) führten. 1952/1953 erhielt die Stadt ihre erste Kanalisation, welche 1956 durch das erste kommunale Klärwerk Österreichs ergänzt wurde. 1985 wurde schließlich der Abwasserverband Hall in Tirol-Fritzens gegründet, um in Fritzens ein regionales Großklärwerk zu errichten, welches 1995 in Betrieb ging.

In den letzten Jahrzehnten widmete man der Abfallbeseitigung verstärktes Augenmerk. Ein erster Schritt waren Verbesserungen beim Müllplatz in Loretto. 1972 erfolgte dann der Beitritt zum Abfallbeseitigungsverband Unterland, wobei das Ziel die Errichtung einer entsprechenden Anlage in Pill/Weer war. 1988 wurde Hall Mitglied des Abfallbeseitigungsverbandes Innsbruck-Land, dessen Ziel die Planung und der Betrieb einer zeitgemäßen Müllentsorgung am Grasslboden/Gemeinde Schönberg war. 1991 wurde die neue Abfallwirtschaft durch die Errichtung von 39 Wertstoffsammelzentren und einem Abfallsammelzentrum in der Augasse eingeführt, welches 1998 als neuer Recyclinghof unter den Autobahnzubringer verlegt wurde.

Als Energiequelle diente in früheren Jahrhunderten ausschließlich Holz, und zwar sowohl bei der Saline als auch in privatem Bereich. Erst Ende des 18. Jahrhunderts löste die Steinkohle - zunächst nur bei der Saline - das Holz ab. 1892 wurde in der Schwaighofermühle ein erstes privates E-Werk in Betrieb genommen, ein weiterer Stromlieferant war damals das private E-Werk Vomperloch. Erst 1913 konnte nach langen politischen Streitereien das städtische E-Werk am Ausgang des Halltales den Betrieb beginnen, welches seither mehrmals modernisiert wurde. In der Folgezeit wurde Strom als Energiequelle sehr stark propagiert. Eine wesentliche Steigerung der Stromproduktion erfolgte 1966 mit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes Voldertal, welches 1990/1991 modernisiert wurde.

Elektrizitäts-, Wasser- und Kanalwerke sind seit 1941 organisatorisch in den Stadtwerken zusammengefasst, die 1996 in eine Ges.m.b.H. umgewandelt wurden.

Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat das Umweltbewusstsein wesentlich zugenommen, wenn es auch schon in früheren Jahrhunderten Beispiele für Umweltschutzmaßnahmen gab. So musste beispielsweise 1846 die seit 1788 bestehende Salmiakfabrik der Saline geschlossen werden, weil die Geruchsbelästigung für die Bevölkerung unerträglich geworden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vor allem im privaten Bereich Heizöl zu einer immer wichtigeren Energiequelle. Deshalb erließ man 1978 bzw. 1985 eine Heizölverordnung, um vor allem den Schwefelgehalt aus Gründen des Umweltschutzes zu verringern.

Seit 1990, als die erste Stichleitung über den Inn gelegt wurde und ab 1992 den Aufbau einer Flächenversorgung ermöglichte, gewann Erdgas als weitere Energiequelle an Bedeutung.

In den letzten beiden Jahrzehnten sind die Umweltprobleme so groß geworden, dass man sich seitens der Stadtführung entschloss, 1986 einen Umweltausschuss ins Leben zu rufen, der sowohl von Politikern als auch von Fachleuten beschickt wird. Gleichzeitig wurde bei der Stadtverwaltung ein Umweltamt eingerichtet. Bereits 1988 wurde der Stadt der "Grüne Zweig" verliehen, eine Auszeichnung für "vorbildliche Maßnahmen zur Umweltentlastung".

zurück ..


© 2003 / 2004 Stadt Hall in Tirol   -   webdesign by inomedia.at