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Sozialgeschichte im Überblick

Die älteste Sozialeinrichtung war die wöchentliche Almosenverteilung bei der Saline, die bereits im 13. Jahrhundert, also vor der Stadterhebung 1303, bestanden haben dürfte.

Die erste städtische Sozialeinrichtung war das 1342 am Unteren Stadtplatz gegründete Stadtspital. Dessen Aufgaben gingen weit über die eines heutigen Krankenhauses hinaus. Es diente als Unterkunft für mittellose Bürger, als Alters- und Siechenheim, als Waisen- und Irrenhaus sowie als Pilgerhospiz. Diese Funktionen behielt es bis zur großen Reform unter Kaiser Josef I. 1783. Erst jetzt wurde das Stadtspital nur mehr als Krankenhaus und als Altersheim geführt. Von 1845 bis 1914 befand es sich im aufgelassenen ehemaligen Damenstift und 1914 wurde schließlich das heutige Gebäude an der Milserstraße eröffnet. Dieses beherbergte bis 1927 auch das Altersheim. Nach 1945 wurde das ehemals städtische Krankenhaus zum Bezirkskrankenhaus. Seither, vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten, wurde es zu einem der modernsten Bezirkskrankenhäuser Österreichs ausgebaut.

Auf Grund der erwähnten Josefinischen Krankenhausreform von 1783 war die Errichtung einer eigenen Irrenanstalt für ganz Tirol vorgesehen. Allerdings erst nach langer Diskussion und Gegenwehr konnte die k.k. Provinzialirrenanstalt 1830 im ehemaligen Klarissenkloster eröffnet werden. Aus ihr ging das heutige Psychiatrische Landeskrankenhaus hervor.

Eine weitere städtische Einrichtung des Gesundheitswesens war die Bestellung eines Stadtarztes ab dem Jahre 1483, der bis 1927 zugleich auch ärztlicher Leiter des Krankenhauses war. Er übte auch das Amt des Salinenarztes aus. Schließlich war er ab der Gründung des Damenstiftes auch Damenstiftsarzt. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurden diese Funktionen getrennt, so dass es in Hall bis zu drei studierte Ärzte gab. Seit den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts nahm auf Grund der Spezialisierung der Medizin die Zahl der Fachärzte immer mehr zu. Derzeit werden alle wichtigen Spezialgebiete der Medizin durch entsprechende Fachärzte abgedeckt.

Die Stadtärzte wurden in früheren Jahrhunderten durch vier so genannte Wundärzte unterstützt, die ihren Beruf nicht studiert sondern im Rahmen einer handwerklichen Ausbildung erlernt hatten. Diese Wundärzte betrieben bis ins 19. Jahrhundert auch vier Badeanstalten. 1875 wurde der Beruf des Wundarztes abgeschafft.

Besonderer Bedeutung kam den Hebammen zu, da es in früheren Jahrhunderten fast ausschließlich Hausgeburten ohne ärztlichen Beistand gab. Seit 1481 beschäftigte die Stadt deshalb ständig drei städtische Hebammen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Hausgeburten durch Geburten im Krankenhaus abgelöst.

Nachdem im Mittelalter der studierte Arzt zunächst auch Arzneien herstellte, bildete sich erst im 15. Jahrhundert der Beruf des Apothekers aus. Seit mindestens 1533 ist in Hall eine Apotheke nachweisbar. Seit 1934 gibt es eine zweite Apotheke.

Die Hauskrankenpflege hat in Hall eine lange Tradition. Bereits 1495 rief ein Haller Bürger die so genannte Schrattenthalstiftung ins Leben. Die Erträge der Stiftung sollten zum Unterhalt von vier Frauen verwendet werden, denen neben der Hauskrankenpflege auch das Sammeln von Heilkräutern und das Brennen von Heilschnäpsen übertragen war. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahmen der Elisabethverein die Hauskrankenpflege, 1911 dann die Kreuzschwestern. Seit 1980 wird die Hauskrankenpflege vom Gesundheits- und Sozialsprengel organisiert.

Die Versorgung älterer Mitmenschen war, soweit diese sich keine eigene Betreuung leisten konnten, Aufgabe des 1342 gegründeten Spitals. Auch als 1914 das neue Krankenhaus eröffnet wurde, war der westliche Trakt noch als Altenheim konzipiert. Erst mit der Eröffnung des "Greisenasyls" am Glashüttenweg wurde 1929 ein erstes eigenes Altenheim geschaffen. Ein zweites städtisches Altersheim ist das 1985 eröffnete Haus im Stiftsgarten, welches in den letzten Jahren einen Erweiterungsbau erhalten hat. Das ursprünglich von den Kreuzschwestern geführte Annaheim wurde 1990 von der Stadt als drittes Altenheim übernommen. Neben den drei städtischen Altenheimen gibt es noch das Elisabethheim der Barmherzigen Schwestern in der Fassergasse sowie das Klaraheim der Tertiarschwestern am Unteren Stadtplatz.

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