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Nikolauskirche


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Waldaufkapelle


Kanzel der Nikolauskirche


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Deckenfresko der Nikolauskirche von 1751/52

Einige Daten zur Kirchengeschichte

Im Jahre 1281 weihte der Brixner Bischof die erste Kirche von Hall mit drei Altären ein. In den folgenden Jahrzehnten hat sich das kirchliche Leben immer mehr ausgeweitet, und bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts gab es zur Unterstützung des Absamer Pfarrers sechs so genannte Gesellpriester in Hall. Die Gesellpriester waren im so genannten Herrenhaus (Pfarrplatz 1/2) untergebracht. Später wohnten hier auch die Pfarrmusikanten. Zu dieser Zeit hat der Pfarrer auch seinen Wohnort von Absam nach Hall verlegt. Der seit 1331 amtierende Pfarrer Dietrich Kirchberger, der auch landesfürstlicher Kanzler war, hat vor dem Jahre 1339 das heutige Pfarrwidum (Bachlechnerstraße 3) erworben. Im Jahre 1339 taucht deshalb erstmals die Bezeichnung "Pfarrer von Hall" auf, obwohl Hall immer noch nur eine Filiale der Pfarre Absam war.

Die 1281 geweihte Nikolauskirche wurde 1312-1318 bzw. 1345 erweitert und erhielt schließlich 1420-1437 durch den Stadtbaumeister Hans Sewer ihre heutige Form.

Gegen Ende des 14. und im 15. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Kirche in Hall noch weiter zu. Durch großzügige Stiftungen war die Zahl der Gesellpriester auf nunmehr acht angestiegen, dazu kamen noch zahlreiche Kapläne großer Messstiftungen von Haller Bürgerfamilien. Der jeweilige Pfarrer, der in der Regel ein Brixner Domherr war, versah die Seelsorge nicht mehr selbst, sondern ließ sich durch einen Vikar vertreten. Auch religiöse Bruderschaften entstanden in jener Zeit. Zahlreiche Kapellen am Friedhof der Nikolauskirche zeugen von einem stark ausgeprägten religiösen Leben in der Stadt.

Den Höhepunkt aber auch Schlusspunkt dieser Entwicklung stellt die Stiftung des kaiserlichen Protonotars Florian Waldauf von Waldenstein zu Beginn des 16. Jahrhunderts dar. Auf Grund eines Gelübdes, welches er anlässlich der Errettung aus Seenot abgelegt hatte, trug er eine umfangreiche Reliquiensammlung zusammen, errichtete zwei Kapellen und stiftete zwei Kapläne. Somit war Hall, das seit 1356 Veranstaltungsort großer internationaler Messen und Anziehungspunkt größerer Menschenmassen war, zu dieser Zeit zu einem wichtigen Wallfahrtsort geworden. In den wenigen Jahren ihres Bestehens war nämlich die jährlich zu Marktbeginn abgehaltene so genannte Heiltumschau Anziehungspunkt für zehntausende Menschen aus dem In- und Ausland.

Mit der Waldaufstiftung verbunden war auch eine der am besten dotierten Predigerstellen des gesamten Reiches. Aber zwei dieser Prediger Jakob Strauß und Urban Rhegius versuchten der Reformation zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn dies auch nicht gelang, so stürzte die protestantische Bewegung dieser Zeit den Haller Klerus in eine lang anhaltende Krise. Die Zahl der Geistlichen nahm stetig ab, die Bruderschaften lösten sich auf und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte Hall sogar kurzfristig (1570) überhaupt keine Geistlichen, weil diese im Streit mit dem Bischof um ihre Konkubinen Hall verlassen hatten. Am Niedergang des religiösen Lebens konnten zunächst auch das 1523/1526 errichtete Augustinerinnenkloster, das aber bereits 1566 nach Schwaz verlegt wurde, und die 1571 nach Hall kommenden Jesuiten nichts ändern.

Was nun folgte, war die rasche Abfolge von großteils völlig ungeeigneten Kandidaten für die Pfarrerstelle. Erst mit den beiden Pfarrern Christof Wenig (1599-1635) und Stefan Gifl (1635-1672) nahm das religiöse Leben der Stadt wieder einen Aufschwung. Vor allem Stefan Gifl, der über ein beträchtliches Privatvermögen verfügte, verdankt die Haller Kirche eine großzügige Förderung. Er rief neue religiöse Bruderschaften ins Leben, finanzierte aus eigener Tasche die bessere Ausstattung der Kirche und verbesserte die Pfarrmusik. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Franziskanerklosters.

Das 18. Jahrhundert war vor allem durch den gezielten Erwerb von päpstlichen Ablassbriefen gekennzeichnet. Die Möglichkeit der Ablassgewinnung an bestimmten kirchlichen Festen sollte die Bevölkerung zu noch fleißigerem Besuch der Kirche ermuntern. Erwähnenswert ist, dass in den Jahren 1751/1752 das Kircheninnere barockisiert wurde. In dieser Zeit kam es auch zur Gründung eines Klarissenklosters, wobei allerdings starke Vorbehalte seitens der Stadtführung zu bemerken waren.

Die Regierungszeit Kaiser Josefs II. war durch zahlreiche Reformen im kirchlichen Bereich gekennzeichnet. Bis zum Jahre 1786 war die Kirche von Hall nur eine Filiale der Pfarrkirche von Absam. Erst in diesem Jahr wurde Hall von der Mutterpfarre abgetrennt und eine eigene Pfarre. Im Zuge der Reformen kam es aber auch zur Aufhebung des Jesuiten- und des Karmeliterinnenklosters.

Die Kirchengeschichte Halls im 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg ist durch die Erhebung von Hall zum Dekanatssitz im Jahre 1822 und durch zahlreiche Klostergründungen (Barmherzige Schwestern, Salesianerinnen, Kreuzschwestern, Tertiarschwestern, Töchter des Herzen Jesu) gekennzeichnet.

Obwohl die Bewohner der Häuser jenseits der Innbrücke nicht zur Pfarre Hall gehörten, hatten diese wegen der räumlichen Nähe immer schon Hall bevorzugt. Dem trug man dadurch Rechnung, indem man 1967 die Expositur Volderwald schuf, die Seelsorge den Haller Franziskanern und die Matrikenführung der Pfarre Hall übertrug.

Die letzte große Änderung erfuhr die Pfarre Hall im Jahre 1971. Wegen der Entstehung neuer Wohnviertel vor allem im Osten der Altstadt kam es in diesem Jahr zur Gründung einer eigenen Pfarre Schönegg, wobei 1984 im Rahmen des Wohnbauprojektes "Wohnen morgen" eine neue Kirche und ein Pfarrheim errichtet wurde.

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