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Schulgasse

Schulgasse: Ansicht mit Milser Stadttor, um 1600

Eugenstraße 2

Einige Daten zur Stadtgeschichte

Die Stadt verdankt ihr Entstehen dem Salzabbau im nahen Karwendelgebirge. Vom Halltal wurde die Sole in hölzernen Röhren an das Ufer des Inn geleitet, wo sie im so genannten Pfannhaus zu Salz versotten wurde. Der Standort am Innufer war notwendig, weil am Fluss das nötige Brennholz aus den Wäldern des Oberinntals herangetriftet werden konnte.

In unmittelbarer Nähe entstand schon im 13. Jahrhundert eine erste Siedlung, die auch bald das Marktrecht und eine Befestigungsmauer erhielt. Archäologische Grabungen haben ergeben, dass die Mauer bereits um 1280 errichtet wurde. Im Zusammenhang mit der Stadterhebung 1303 wurde sie wesentlich ausgebaut. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Mauerring auch auf die Saline und das 1342 gegründete Stadtspital ausgedehnt. Mitte des 15. Jahrhunderts, vor allem nach dem Stadtbrand von 1447, wurden die Stadtmauer und die Stadttore prächtig erneuert.

Bereits im Mittelalter entstand im Westen außerhalb der Stadtmauer eine Siedlung von Gewerbetreibenden, die entweder die Wasserkraft des dort fließenden Amtsbaches nutzten (Schmiede, Mühlen, Gerber) oder wegen der Feuersgefahr (Fassbinder) nicht innerhalb der Stadtmauern untergebracht werden konnten.

Ein bedeutender Einschnitt in der baulichen Entwicklung war der große Stadtbrand von 1447, dem ein Großteil der Altstadthäuser zum Opfer fiel. Der Wiederaufbau dauerte bis etwa bis 1500 und brachte innerhalb der Stadtmauern jenen Häuserbestand (ca. 300 Gebäude), den die Altstadt heute noch aufweist.

Um 1500 wurde die Burg Hasegg grundlegend umgestaltet und erhielt ihr heutiges Aussehen. Sie diente noch Kaiser Maximilian I. fallweise als Quartier bei seinen Tirolaufenthalten. Die unter ihm errichtete Georgskapelle bildete den Abschluss des Ausbaues von Hasegg und markiert gleichsam das Ende der Gotik in Hall. Unter Maximilians Nachfolgern wurde Hasegg zunächst als Getreidespeicher verwendet, bis 1567 die Münzprägung vom Ansitz Sparberegg hierher verlegt wurde.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts erfuhr der südöstliche Teil der Altstadt beim Ansitz Sparberegg eine grundlegende Änderung. An Stelle zahlreicher Bürgerhäuser wurde das königliche Damenstift mit einem angeschlossenen Jesuitenkloster errichtet. Dazu gehörten auch ein Jesuitengymnasium, ein Schülerkonvikt und mehrere Verwaltungsgebäude. Im Osten der Stadt wurde der Stiftsgarten mit einem landwirtschaftlichen Betrieb sowie im Norden ein Sommersitz des Damenstiftes (Thurnfeld) an Stelle eines bereits vorher existierenden Gutes errichtet. Mit dem Damenstift hielt auch die Renaissance ihren Einzug in der Stadt. Fortan prägten mit der Damenstiftskirche (1567) und der Jesuitenkirche (1610) zwei weitere Türme des Stadtbild.

Wegen der immer größeren Bedeutung der Innschifffahrt musste an der Unteren Lend eine entsprechende Infrastruktur wie beispielsweise der große Getreidespeicher geschaffen werden. Auch entstand hier die erste Glashütte nördlich der Alpen nach venezianischem Muster. Im Jahre 1643 wurde der Grundstein zu einem Franziskanerkloster gelegt, welches 1645 bezogen und 1648 feierlich eingeweiht werden konnte.


Barocke Fassaden


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Stadtplan von 1822

Bezirkskrankenhaus, Firstfeier 1913 (Arch. Hans Illmer)

Für die städtebauliche Entwicklung von einschneidender Bedeutung war das große Erdbeben von 1670, bei dem ein Großteil der Altstadthäuser schwer beschädigt bzw. sogar zerstört wurde. Der Wiederaufbau bzw. die Sanierung der Häuser erfolgten im Stile des Barocks, was ganz besonders bei den zahlreichen Kirchen der Stadt zum Ausdruck kommt. Deshalb darf - grob gesprochen - das Erdbeben als Beginn des Barocks in Hall gelten. Vor allem die fast an allen Fassaden zu findenden Erdbebenstützmauern erinnern noch heute an dieses einschneidende Ereignis. Ein herausragender Neubau dieser Zeit war das städtische Bräuhaus in der Salvatorgasse. Der Untere Stadtplatz erhielt eine völlig neue Bedeutung auf Grund der neuen Landstraße anstelle der alten Landstraße (Fassergasse) weiter nördlich. Deshalb wurden auch zwei neue Stadttore notwendig, nämlich das Theresientor und das Kapellentor. Auch die 1727/1728 neu errichtete Spitalskirche und das 1724/1725 barockisierte mächtige Salinengebäude veränderten das Aussehen des Unteren Stadtplatzes.

Im 19. Jahrhundert machte die Stadt eine grundlegende Veränderung ihres Erscheinungsbildes mit. Bereits ab 1795 begann man nämlich mit der Demontage der Stadttore und dem Zuschütten der Stadtgräben. Als einziges Stadttor, doch völlig entkleidet seiner ehemaligen wehrhaften Einrichtungen, ist das Münzertor erhalten geblieben, auch ein Rest des ehemaligen Stadtgrabens östlich der Altstadt erinnert noch an die mittelalterlichen Befestigungsanlagen.

Das Ende der Innschifffahrt sowie die Eröffnung der Eisenbahn im Jahre 1858 veränderten die Untere und Obere Lend vollständig. Das alte Kanalsystem für die Holztrift der Saline wurden zugeschüttet und das Gelände für die Bahntrasse und den Bahnhof planiert. Nicht nur deshalb sondern auch wegen eines Großbrandes 1822 wurden die auf diesem Areal befindlichen Salinengebäude völlig um- bzw. neu gebaut.

Die Umgebung der Stadt wurde auch durch einige Neubauten von Klöstern (Tertiarschwestern, Salesianerinnen, Barmherzige Schwestern), durch das neue Krankenhaus und Militäreinrichtungen (Augmentationsmagazin) verändert.

Innerhalb der Stadtmauern konnte man für die im 19. Jahrhundert rasant zunehmende Bevölkerung nur dadurch zusätzlichen Wohnraum schaffen, indem die meisten Häuser um ein oder zwei Stockwerke erhöht und noch unverbaute Flächen verbaut wurden. Dadurch änderte sich das Straßenbild, da die Gassen nun wesentlich enger erschienen. Ein markanter Neubau dieser Zeit in der Altstadt ist das Postgebäude.

Trotzdem war die Möglichkeit, neuen Wohnraum in der Altstadt zu schaffen, Ende des 19. Jahrhunderts erschöpft. Nordwestlich der Stadt begann man deshalb mit der planmäßigen Bebauung in Form eines Villenviertels, für das 1901 sogar eine eigene Bauordnung erlassen wurde. Wie rege die Bautätigkeit bis zum Ersten Weltkrieg war, erkennt man daran, dass von 1816 bis 1914 über 120 neue Häuser gebaut wurden.


Innufersiedlung, erbaut 1936

Galgenfeldsiedlung (Arch. Herbert Brunner, Werner Sallmann)

Wohnbau Untere Lend (Arch. Elmar Stock, Karl Holzmann)

Die letzten 100 Jahren lassen sich grob in zwei Abschnitte teilen, nämlich in die Zeit vom Ersten Weltkrieg zum Zweiten Weltkrieg und in die Zeit danach.

Der erste Abschnitt ist gekennzeichnet von einer kriegsbedingt wirtschaftlich schlechten Situation, die sich in einer nur geringen Bautätigkeit äußert. Zu nennen wären im öffentlichen Bereich in dieser Zeitspanne lediglich die Adaptierung des Getreidekastens als Wohnhaus (1927), die Adaptierung der ehemaligen Glashütte als Greisenasyl (1929), die Errichtung des Kurhauses und des heutigen Parkhotels (1927-1931), der Speckbacherkaserne (1935) sowie der Innufersiedlung (1936). Die private Bautätigkeit setzte erst zögernd um 1925/1926 ein. Im Zuge der Umsiedlung von Südtiroler Optanten entstanden ab 1939 zwei Südtiroler Siedlungen in der Rudolfstraße und am Galgenfeld.

Die zweite Phase der städtebaulichen Entwicklung begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Während 1934 die Stadt 551 Häuser aufwies, waren es im Jahre 1951 bereits 796. Diese rasante Entwicklung hielt auch in den kommenden Jahrzehnten an. 1971 wies die Stadt bereits 1161 Häuser auf. Die Bautätigkeit hatte ihren Schwerpunkt vor allem außerhalb des Altstadtbereiches, wo zum Teil völlig neue Wohnviertel wie etwa Schönegg entstanden. Während die Wohnbautätigkeit vor allem auf den Osten des Stadtgebietes konzentriert war, wurde im Süden und Osten eine Reihe größerer Wirtschaftsbetriebe wie beispielsweise die Tiroler Röhren- und Metallwerke AG im Jahre 1947 errichtet. Neue Impulse erhielt die Ansiedelung von Wirtschaftsbetrieben in Hall durch die Einrichtung der so genannten "Industriestraße" im Jahre 1970.

Obwohl es nach 1945 zahlreiche Neubauten auch im Altstadtbereich gegeben hat (Erweiterungsbau der Hauptschule 1973/1974; Kindergarten 1952), bestand die Gefahr einer Entvölkerung der weitgehend desolaten Altstadt. Um sie wieder attraktiv zu machen, wurde ab 1971 mit einer systematischen Altstadtrevitalisierung begonnen. Neben der Fassadenaktion war es vor allem die Generalsanierung ganzer Häuserkomplexe, die die Altstadt als Wohn- und Betriebsstandort wieder begehrenswert machte.

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