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Badefreuden im Barock

Es ist allgemein bekannt, dass im Mittelalter die Badehäuser nicht nur der körperlichen Reinigung dienten, sondern dass es hier auch zu Ausschweifungen jeglicher Art kam. Irrtümlicherweise herrscht jedoch die Meinung, dass zu Beginn der Neuzeit vor allem durch das Aufkommen von Geschlechtskrankheiten das Badewesen einen Niedergang erlebt hätte. Dass dem nicht so war, beweist der Haller Stadtarzt Hippolit Guarinoni in seinem 1610 erschienenen Buch "Die Greuel der menschlichen Verwüstung". Darin beschreibt er das Badewesen in den damals vier existierenden Bädern, wobei er sich ganz besonders über die sexuelle Freizügigkeit mokierte. Manche ehrbare Bürgersfrau würde nur spärlich bekleidet über die Gasse in eines der Bäder laufen. Die Badedirnen würden den männlichen Gästen mehr als nur ein Badevergnügen bieten. Und so manches Bürgerfräulein hätte im Bad ihre Jungfräulichkeit "verschwänzt". Erst unter dem Katholizismus des 18. Jahrhunderts kam das Ende der Haller Bäder.


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